E-Book Sherlock Holmes 38: Die nackte Gräfin

E-Book Sherlock Holmes 38: Die nackte Gräfin
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Autor: Amanda McGrey
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Artikel-Nr.: SH_Ebook_38

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Produktinformationen

Sechs Herren fortgeschrittenen Alters saßen um das hell auflodernde Kaminfeuer. In den Gläsern schimmerte golden bester schottischer Whisky.

Der Regen prasselte gegen die Scheiben des alten Herrenhauses des Landgutes in Wales. Donner rollte und entlud sich oft kanonenschussartig, sodass die Wände bebten. Dazu hatte sich seit einigen Stunden ein Sturm aufgetan.

Es machte auch nicht den Eindruck, als würde diese scheinbar von einer Apokalypse begleitete Sintflut in absehbarer Zeit aufhören.

Northon IV. Graf of Sundworst nahm einen Schluck aus seinem Glas. Er hatte zu diesem Abend eingeladen.

Die Gäste waren: Dr. Harriet McPerson, der neue Landarzt der Umgebung, Gordon Havelock, ein Bankier aus Leeds, Sir Conrad Brown, Abgeordneter des Oberhauses, Sherlock Holmes und ich, Dr. John Watson. Als pensionierter Militärarzt fühlte ich mich natürlich geehrt, in dieser Runde sitzen zu dürfen. Ich gestehe – ich genoss es!

Graf Sundworst gehörte zum uralten Adel und lud einmal im Jahr zu solcher Runde im Herbst ein. Einfach, weil er niveauvolle Gespräche schätzte. Wie Sherlock Holmes zu dieser Ehre kam, hatte er mir nicht erklärt.

Meine Leser wissen, dass mein Freund Holmes nichts mehr hasste, als aus seiner gewohnten Umgebung, der Baker Street gerissen zu werden. Doch die Einladung des Grafen ließ er sich nicht entgehen.

»Es gibt Kontakte, die man pflegen muss«, hatte er zu meinem Erstaunen gesagt.

So also saßen wir hier um den Kamin des großen Hauses. Am Nachmittag waren wir angekommen, hatten ein fürstliches Abendmahl gemeinsam eingenommen und scharten uns nun in bequemen, tiefen Ledersesseln um das ab und zu auffauchende Kaminfeuer der Bibliothek.

Mein Freund hatte erst vor einer Woche den Fall um die Falschmünzer von Chelsea geklärt. Das hatte ihn viel Energie gekostet. Obwohl er die Bande Scotland Yard übergeben konnte, hatte ihn das Resultat nicht befriedigt. »Ich habe das ungute Gefühl, den eigentlich genialen Kopf hinter der Angelegenheit nicht erwischt zu haben«, hatte er auf eine Bemerkung meinerseits gesagt.

Nun, als sein Biograf und auch ärztlicher Begleiter, freute ich mich über diese Auszeit hier in Wales. In London wäre Holmes bereits wieder rastlos durch die Gegend gestreift.

Die Unterhaltung hatte sich – wie konnte es in diesen Kreisen anders sein – um zwei Punkte bewegt. Da waren die Politik und die Jagd.

Der Graf gehörte zur streng konservativen Generation. Er erboste sich über einige Unterhausabgeordnete, die ihm die Dachsjagd madig machen wollten.

Nun aber – kurz vor Mitternacht – schwenkte das Gespräch auf eine andere Linie um. Die des Verbrechens! Die Hintergründe und Charaktere, die oft dahintersteckten aber auch das Mysteriöse.

Sherlock Holmes ließ den Rauch seiner Pfeife gemächlich durch die Nase streichen.

»Meine Herren, Verbrechen mögen zwar oftmals mysteriös aussehen, aber es gibt immer eine reale Lösung. Zugegeben – manchmal findet man sie nicht sogleich. Das schürt im Volk Spekulationen.«

Dr. McPerson vertrat da eine völlig gegensätzliche Ansicht.

»Was ist mit dem Phantom der alten Mühle – hinten am Fluss? Immer wieder verschwinden Menschen und sie sind und bleiben spurlos verschwunden.«

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