E-Book Sherlock Holmes 44: Der schwarze König

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Der Sturm riss mir fast den Hut vom Kopf.
Mich gegen Regen und Wind stemmend, lief ich die Oxford Street hinunter. Eine Turmuhr schlug bereits die neunte Abendstunde. Mir war kalt und Müdigkeit marterte meinen Körper. Seit dem frühen Morgen hatte ich Hausbesuche gemacht. Nun sehnte ich mich nach dem wärmenden Kaminfeuer in der Baker Street.
Der Tod meiner Frau Mary setzte mir noch zu und ich war meinem Freund Sherlock Holmes sehr dankbar, dass er mich wieder aufgenommen hatte.
»Watson, Sie haben hier immer ein Zuhause«, hatte er mitfühlend gesagt. Gleichzeitig spürte ich, dass er sich freute, den Weggefährten wieder bei sich zu haben.
Arbeit lenkte mich von meinem Schicksalsschlag ab.
Endlich erreichte ich das Haus, in dem sich unsere Wohnung befand, und rannte die steinernen Stufen hinauf.
»Meine Güte! Dr. Watson!«, rief Mrs Hudson aus. »Sie holen sich noch den Tod. Ich lasse Ihnen sofort ein heißes Bad ein!«
Ich blickte unsere besorgte Wohnungsgeberin dankbar an.
Langsam schritt ich die siebzehn Stufen zu unserer Wohnung hoch.
»Hallo Doktor!« Holmes schaute von seinem Sessel auf, in dem er träge lehnte. »Sie sehen arg zerzaust aus.«
»So fühle ich mich auch«, murrte ich und goss mir einen Whisky ein. Danach verschwand ich in meinem Schlafzimmer. Von dort gelangte ich ins Bad, in dem Mrs Hudson mir das Bad bereitet hatte.
Eine halbe Stunde später erschien ich in einem bequemen Hausanzug – bereit zu neuen Taten – in unserem Wohnzimmer.
Jetzt erst fiel mir auf, dass auf dem kleinen Tisch vor Holmes etwas positioniert war. Ich trat näher und beugte mich vor.
»Nanu, eine Schachfigur? Haben Sie sich eine neue Ausstattung zugelegt?« Im selben Moment erkannte ich aber, dass unser Spiel immer noch komplett auf dem fein gearbeiteten Brett stand. Gleichfalls wurde mir klar, dass mein Freund dieses niemals gegen Standardfiguren austauschen würde.
Was dort auf dem Rauchtisch stand, war ein schwarzer König.
»Die Figur gehört zu den normalen Turnierausstattungen«, erklärte mein Freund.
Auf meinen fragenden Blick bemerkte er: »Sie wurde mir per Boten am Nachmittag zugestellt.«
»Ach!«, machte ich, eine Augenbraue hebend. »Von wem?«
Holmes lehnte sich in seinem Sessel etwas weiter zurück. »Das ist das Problem. Ich habe bei der Agentur nachgefragt. Dort konnte man mir lediglich die Auskunft zuteilwerden lassen, die Sendung sei in Woodstock aufgegeben worden.«
Mit gerunzelter Stirn wollte ich wissen: »Kein Absender? Keine Botschaft?«
Holmes erhob sich, ging zum Kamin und entnahm dort dem alten Tabaktopf eine gebogene Pfeife.
»Der König ist die Botschaft, Doktor.«
Ich schüttelte den Kopf. Mein Freund begann ruhig seine Pfeife mit Tabak zu füllen.
»Was soll diese Figur aussagen?«
Sherlock Holmes verhielt in seiner Handlung. »Diese Figur sagt uns allein noch nichts. Außer, dass sie auf einen schwarzen König hinweist. Alles andere wäre Spekulation, die zu nichts führt. Also erwarte ich noch eine weitere Nachricht dazu.«
Diese ließ nicht lange auf sich warten. Wir hatten durch den Sturm die Türglocke vernommen. Mrs Hudson überbrachte uns alsbald ein kleines schmales Päckchen.
Holmes betrachtete es eingehend.
»Genau wie das erste. Nur die Anschrift, kein Absender, dieselbe Botenagentur.«
Vorsichtig öffnete er das Papp-Behältnis an einer Seite. Gespannt sah ich zu.
Da förderten Holmes’ schlanke Klavierspielerfinger eine weitere Schachfigur an Licht.
»Die weiße Dame«, flüsterte mein Freund. »Interessant!«

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