E-Book Christoph Schwarz 40: Symphonie des Grauens

E-Book Christoph Schwarz 40: Symphonie des Grauens
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Autor: G. Arentzen
E-Book
Artikel-Nr.: CS_Ebook_40

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Produktinformationen

Komm zu uns, Cornelia, bat die Stimme wieder. Die 22-Jährige wusste, wer es sagte. Jene Frau, die bereits ihre Hand nach ihr ausgestreckt hatte. Sag das Wort und komm.

Ein letztes Mal schaute sich Cornelia um. Der Raum war zwei Jahre lang ihr Zuhause gewesen. Ein Ort der Freude, der Trauer, der Lust und des Lebens. Nun würde sie ihn verlassen; und dies endgültig. Es war ein Abschied von einem Leben, das ihr nichts mehr geben konnte.

Sag das Wort und komm, lockte die Stimme ein letztes Mal in ihrem Kopf. Mit einem Lächeln auf den Lippen schloss Cornelia die Augen, holte tief Luft – und stieß den Stuhl weg. Die Rollen konnten auf dem Teppich nicht greifen, daher kippte er um.

»Mantarna«, rief die junge Frau. Es war das letzte Wort, das über ihre Lippen kam, denn schon schnitt die Schlinge hart in ihre Haut. Ein Ruck ging durch ihren Körper, sie pendelte etwas und drehte sich. Sie war nicht tief gefallen, ehe der Gürtel ihren Fall abbremste; lediglich ein paar Zentimeter. Dies genügte nicht, um ihr das Genick zu brechen.

Cornelia spürte den Druck in ihrem Kopf wachsen. Unkontrolliert traten ihre Beine aus, während sie nach Atem rang. Doch so sehr sie sich auch anstrengte – sie konnte keine Luft in ihre Lungen ziehen.

Komm zu uns, riefen die Stimmen. Hab keine Angst, bald ist es vorbei und du bist frei.

Noch immer trat Cornelia aus. Ihre Hände öffneten und schlossen sich krampfhaft. Ihre Zunge schwoll an, die Augen traten vor. Sie schmeckte Blut im Mund, Speichel rann über ihr Kinn zu Boden. Schmerzen und Krämpfe durchfluteten ihren Leib.

Ich komme, dachte sie. In ihrer Kehle entstand ein gurgelndes Geräusch. Schwärze umfing sie, die Schmerzen traten in den Hintergrund. Ich bin bald bei euch.

Sie sah die Männer und Frauen, umgeben von den Flammen. Sie warteten auf sie, wollten sie begrüßen. Doch je tiefer die Schwärze wurde, die sich um ihr Bewusstsein legte, umso mehr verblassten die Eindrücke.

Ein letztes Mal bäumte sich ihr Körper gegen die Schlinge auf. Sie spürte einen kraftvollen Orgasmus durch ihren Leib schießen, kurz sah sie wieder die Männer und Frauen, die ihr nun ihre Hände entgegenstreckten. Doch schon verschwand dieses Bild und wich dem hämischen, ja triumphalen Grinsen einer Frau.

Dann umfing sie eine tiefe Ohnmacht, aus der es kein Erwachen mehr gab. Sie merkte nicht, dass ihr Körper aufgab. Urin floss ihre Beine entlang auf den umgestürzten Stuhl und den Teppich darunter. Auch ihr Darm entleerte sich, während ihr Körper zur Ruhe kam. Mit seltsam überstrecktem Genick hing Cornelia in der Schlinge. Sie pendelte ganz sanft im Luftzug des gekippten Fensters.

Es dauerte noch ein paar Minuten, ehe ihr Herzschlag stoppte und mit ihm ihr Leben endete.

 

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